Bei fast jedem Weg in unserer Alltagsmobilität gibt es mindestens eine Fuß-Etappe. Das wissen wir alle. Gleichwohl liegt der Anteil der Fußwege bei den gängigen Mobilitäts-Erhebungen in der Regel nur zwischen zehn und dreißig Prozent.

Der Grund hierfür besteht darin, dass bei einem Weg fast immer mehrere Verkehrsmittel benutzt werden, für viele Auswertungen aber ein („hauptsächlich genutztes“) Verkehrsmittel bestimmt werden muss („HVM“). Dies geschieht nach international weitgehend einheitlichen Regeln. Diese Regeln sehen – vereinfacht – vor, dass das Verkehrsmittel zu Fuß nur dann zum hauptsächlich genutzten Verkehrsmittel werden kann, wenn es mit keinem anderen Verkehrsmittel kombiniert ist. Dies bedeutet, dass alle Wege-Etappen, die in Verbindung mit anderen Verkehrsmitteln zu Fuß zurückgelegt werden, bei der Auswertung nach HVM keine Beachtung finden. Damit bekommt der Begriff HVM für die Fußwege und Fuß-Etappen eine neue Bedeutung: „Zu Fuß“ wird zum „hauptsächlich vernachlässigten Verkehrsmittel“. Für vertiefendere Analysen der Alltagsmobilität ist dieses Verfahren nicht immer befriedigend.

Allerdings ist es nicht einfach die Mobilität im Etappenformat zu erheben. Deshalb wurden bei einem Datenbestand für „deutsche Städte“, der etwa 35.000 Personen umfasst und auf das Jahr 2015 fortgeschrieben ist, die jeweiligen Etappen bestimmt. Dabei ergeben sich pro Weg gut zwei Etappen. Über die Hälfte dieser Etappen werden zu Fuß zurückgelegt. Die Alltagsmobilität in der Form, in der wir sie kennen, ist ohne Fuß-Etappen nicht möglich.

Werner Brög (Socialdata, München)