Sonntag, 10. Oktober 2021, Start: 10 Uhr


10 Uhr: Geschützte Kreuzungen: (Wie) kann Rad- und Fußverkehr gemeinsam gefördert werden?
In der Realität werden beide meist auf Restflächen zusammengedrängt, auf denen sie vom KFZ aus schlecht wahrgenommen werden und wo sie mangels Platz sowie wegen Parkverstößen und Fehlplanungen häufig untereinander in Konflikt geraten. Besonders an Kreuzungen rächt sich eine falsche Verkehrsplanung und führt immer wieder zu Unfällen. Was ist in der Verkehrsplanung zum Schutz von Fuß- und Radverkehr zu beachten? Welche Verkehrsführung und welches Kreuzungsdesign verhindern Unfälle und Konflikte? Wie kommen wir zu einem guten Miteinander von Fuß- und Radverkehr?
Moderation: Maria Deingruber/ Bernadette Felsch (ADFC), Input: Jörg Thiemann-Linden (SRL, Bonn), Merja Spott (Senatsverwaltung UVK Berlin)

10 Uhr: Temporäre Spiel- und Nachbarschaftsstraßen: ein Gewinn für die Nachbarschaft?
Tempo­räre Spiel­- und Nachbarschaftsstraßen sind ein einfaches Instru­ment, um die Straße gelegent­lich wieder anders zu nutzen: mit Ball­spielen, Roll­schuhen, Straßen­kreide etc. oder mit Klapp­stuhl und Kaffee, um mit Nachbar*innen ins Gespräch zu kommen.
Wie lassen sich Tempo­räre Spiel­- und Nachbarschaftsstraßen umsetzen? Was ist vor Ort zu beachten? Wie können Politik und Verwaltung berzeugt werden? Es werden unterschiedliche Beispiele aus Berlin und München vorgestellt und diskutiert.
Moderation: Katharina Sellmair/ Gabi Jung (BUND Berlin/ JuMo), Input: Cornelia Dittrich (Bündnis temp. Spielstraßen), Gerhard Knecht (Verein Spiellandschaften München)

10 Uhr: Wie setze ich meine Ideen durch und um?
Radbahn: Weshalb wurde die Forschungsmethode des “Reallabors” als weiterführender Projektschritt gewählt und wo liegt der langfristige Nutzen hiervon? Welche Empfehlungen gibt es für die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik? Wie schafft man, dass ein Projekt Rückhalt von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Verkehrsteilnehmern erhält? 
Wie kann eine Bürger*innen-Initiative ihre Forderungen realisieren? Radwege für qualitativen Stadtraum: Wie können Bürger*innen-Initiativen Leuchtturmprojekte realisieren?
Welche Chancen bieten Wanderbaumalleen? Wie starte ich eine Wanderbaumallee vor Ort? Was sind die (rechtlichen) Rahmenbedingungen? Wie gewinne ich Unterstützer*innen? Wo liegen die längerfristigen Perspektiven für die Rückgewinnung des öffentlichen Raums? Warum macht es so soviel Spaß?
Moderation: Kerstin Stark (Changing Cities e.V.),  Input: Johanna Schelle (Radbahn), Ralph Herbertz (KölnAgenda/VCD)

 

Montag, 11. Oktober 2021, Start: 17 bzw. 18 Uhr

17 Uhr: Wie sieht der Öffentliche Verkehr der Zukunft aus?
Wie müssen Verhalten und Gewohnheiten der Menschen verändert werden, um eine Verdopplung der Fahrgastnachfrage und damit die Verkehrswende vom Auto in Richtung Umweltverbund zu erreichen? Welche Anforderungen und Wünsche haben die Menschen für ihre konkrete Mobilitätssituation? Wie müssen Bahnhöfe, Stationen, Fahrzeuge, Fahrpläne, Betriebskonzepte und Netze beschaffen sein, damit die Verkehrswende gelingt?
Moderation: Thomas J. Mager (tjm-consulting mobilitätsmanagement, Köln/ Vorstand VCD, SRL, Input: Ingo Wortmann (Präsident VDV/ Vorstand MVG, München), Bastian Kettner (Sprecher für ÖV und Bahn des VCD, Berlin)

17 Uhr: Akupunktur des öffentlichen Raums mit Public Places
Wie kehrt das Leben in den öffentlichen Raum zurück? Soziales Leben im öffentlichen Raum – Unsere Mobilität beeinflusst diese ebenso, wie die Baukultur oder Vorgaben aus der Verwaltung. Es wird nicht ausreichen, wenn es uns gelingt private Fahrzeuge von unseren Straßen zu entfernen. Wissen wir überhaupt, warum dieser Platz oder diese Straße belebt ist, die daneben aber nicht? Wie könnten kleine Interventionen aussehen, die das Leben zurückholen? Was sagen uns die Erfahrungen aus anderen Ländern?
Gemeinsam werden wir ein Kochrezept entwickeln zur Wiederbelebung des öffentlichen Raums, mit unterschiedlichen regionalen Zutaten.
Moderation und Input: Mechtild Stiewe (SRL, Bochum), Eric Treske (intrestik, München)

17 Uhr: Gemeinsam genutzte Geh- und Radwege – Verträglichkeit, Konflikte, Maßnahmen
Die Corona-Pandemie hat wie durch ein Brennglas die bekannten Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr aufflammen lassen: Mehr Menschen sind zu Fuß unterwegs, mal langsam, mal schnell, mit Kinderwagen oder Rollator, aber immer auf Aufstand, und so mehr Platz brauchend. Auch der Radverkehr boomt, hier insbesondere elektrisch unterstützte Fahrräder. Konflikte sind vorprogrammiert! - In der AG soll es nicht darum gehen, sich gegenseitig des Leids zu versichern. Vielmehr wollen wir versuchen herauszuarbeiten:
Wann und wo kommt es zu Konflikten auf gemeinsamen Wegen? Steckt da ein Automatismus dahinter? Welche planerischen Maßnahmen sind geeignet, damit es nicht zu Konflikten zwischen Rad- und Fußverkehr kommt Umgehen mit den Konflikten: Welche Kampagnen und Aktionen wirken?
Moderation: Katalin Saary, Input: Sebastian Hantschel (TU Dresden), Thomas Schweizer (Fussverkehr Schweiz)

18 Uhr: Corona und Pop-up-Protected Bike Lanes – Wo sind sie möglich in der Stadt und wie umsetzbar?
Enge auf Fuß- und Radwegen machen es in der Coronakrise unmöglich die erforderlichen Hygieneabstände einzuhalten. Die Idee, den Radverkehr auf die Straße zu verlagern und so dem Fußverkehr mehr Raum zu geben, lag und liegt deshalb nahe. Für wen ermöglichen temporäre ad-hoc-Maßnahmen mehr Sicherheit? Wie sehen gute Pop-Up-Bikelanes (nicht) aus? Wie kann man diese rechtssicher anordnen?
Welche Evaluationsergebnisse gibt es und wie geht es weiter?
Moderation: Maria Deingruber/ Bernadette Felsch (ADFC), Input: Katrin Habenschaden (2. Bürgermeisterin München), Felix Weisbrich (Straßen- und Grünflächen-Amtsleiter von Friedrichshain-Kreuzberg)

18 Uhr: Raum umwidmen, aber wofür?
TH: Leipzig: Stadtraumkonzept erweiterte Innenstadt - Diskussion zum zukünftigen Promenadenring: Ring frei!
In Leipzig zeigt sich in der Diskussion zur zukünftigen Rolle des Promenadenrings wie weit der Weg von den Straßen aus der Zeit der autogerechten Stadt ist zu einem neuen Verständnis des öffentlichen Raums in dem Verkehr Gast ist und nicht dominieren soll. Lösung von Verkehrsproblemen ist weniger eine technische Optimierung von Infrastrukturen, sondern Teil eines anderen Verständnisses von Stadtplanung:
Platz da! – weg da?: Grüner Straßenraum, Begegnungsstätten, Feier- oder Einkaufsmeile, höhere Mieten, Verdrängung... Veränderung im Raum birgt Konflikte zwischen dem Alten und Neuen. Wie gelingt eine Neuordnung des Raums, in der das Bestehende neben dem Neuen existiert und sich bestenfalls entfaltet? Wie findet dieser Aushandlungsprozess statt? Welche Regeln bedarf es, um besonders betroffene Gesellschaftsbereiche zu schützen und die Identität vor Ort zu bewahren?
Moderation:Raphael Domin (SRL, Karlshruhe), Input: Torben Heinemann (Stadt Leipzig), Magdalena Schmidkunz (Referat für Stadtverbesserung, München)

 

Dienstag, 12. Oktober 2021, Start: 17 bzw. 18 Uhr

17 Uhr: FreiRAUM Viertel: Super-Blocks, Kiezblocks
Wie können wir Stadtviertel schaffen, in denen Fußgänger*innen und Radfahrer*innen gleichberechtigt sind? In denen man freiwillig gerne auf sein Auto verzichtet? Wie lassen sich so frei gewordene Flächen sinnvoll und nachhaltig gestalten? Und wie lassen sich die Anwoher*innen mit auf diese Reise nehmen? Kiezblocks: Welche politischen und administrativen Voraussetzungen müssen sich ändern, damit Kiezblocks entstehen bzw. aufgebaut werden können? Wie lässt sich das Kampagnenmodell auch andernorts durchführen? Welchen Anspruch haben wir dabei an politisch Verantwortliche und an Beteiligungsverfahren?
Moderation und Input: Sabine Enderle, Michaela Wiese (beide Superblock München), Input: Denis Petri (Changing Cities)

17 Uhr: Die Straße zurückerobern
Auch die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist unser Leben in den Städten mehr auf den Straßen stattfinden zu lassen. Verändertes Mobilitätsverhalten, also die Verlagerung der Verkehrsmittel zu mehr Fuß- und Radverkehr aber auch zum Autoverkehr, sind gleichzeitig beobachtbare Entwicklungen. Sie widersprechen sich, vor allem was die Flächenbedarfe angeht. Straße zurückerobern heißt – selbst Stadtmachen – für Räume, die allen nutzen. Wir zeigen, wie die Bewohner*innen mit lokalem Wissen ihr eigenes Quartier durch kleine und große Interventionen nachhaltig gestalten. Die Projekte reichen vom Bepflanzen von Baumscheiben über Installation von Fahrradstellplätzen oder einem Fahrradkino, das Einrichten von Pop-up Bikelanes bis hin zur Umsetzung hybrider Beteiligungsformate, die digitales Stadtmachen für die Verkehrswende ermöglichen.
Moderation und Input: Tanja Terruli/ Lisa Kreft (VCD, Berlin)

18 Uhr: ÖV und die Pandemie: Wie kann der ÖV wieder Vertrauen gewinnen?
Probleme und Auswirkungen: Die Corona-Krise hat zu großen Fahrgastrückgängen geführt, weil Fahrgäste befürchteten sich in Bus und Bahn anzustecken. Nach der Pandemie wird der Homeoffice Anteil deutlich höher sein als früher und so stellen sich folgende Fragen: Wie gewinnt der ÖV wieder Fahrgäste zurück? Welche kurzfristigen Lösungen bei Tarif, Sauberkeit, Sicherheit und insbesondere Fahrtenangebot ergeben einen attraktiven, flexiblen und sicheren ÖV? Wie lassen sich die Menschen wieder für Bus und Bahn begeistern? Moderation: Thomas J. Mager, Input: Thomas Kiel d'Aragon (Deutscher Städtetag, Berlin), Max Matheisen Münchner Forum / AKS, Berthold Maier Münchner Forum / AAN

18 Uhr: Raum und Lebensqualität schaffen – auf zu autofreien Quartieren
Autofreie Stadtplanung ermöglicht mehr Raum für alle, Lebensqualität und Kostenersparnis. Aber die fast überall geltende Stellplatzerrichtungspflicht ist eine schwer überwindbare Hürde. Wie lassen sich trotz autoaffiner Bauordnungen und restriktiver Behörden autofreie Wohnprojekte und Quartiere realisieren?
Was muss an Infrastruktur und besonderen Angeboten für die autofreien Bewohner mitgeplant werden?
Wie sichert man die Autofreiheit langfristig ab? Was können junge Projekte aus den Erfahrungen bestehender autofreier Quartiere und Häuser lernen? Und wo müssen auf der gesetzgeberischen Ebene Änderungen stattfinden?
Moderation: Gunhild Preuß-Bayer, Eva Döring (Autofrei Wohnen, München), Input: René Waßmer (BuWoMo – VCD), Samuel Bernhard (PAWO, VCS) und Bewohner autofreier Projekte.

18 Uhr: Wie überwinden wir die formalen Hürden auf dem Weg zur Verkehrswende im Quartier?
Der Verkehr soll ungehindert fließen und das private Auto benötigt Platz zum Parken im Straßenraum. Dies war lange Primat der Planung. Diese Planung hat jedoch nur eine Nutzung bzw. Nutzergruppe im Blick. Wie kann man die Stadt umbauen, damit sie die Bedürfnisse Aller im Blick hat? Wer kann über diesen Umbau entscheiden und wie? Wie kann der Raum in Stadtvierteln gerechter verteilt werden, um mehr Lebensraum und unterschiedliche Nutzungen für mehr Menschen zu schaffen? Wie können Bürgerschaft, Politik und Verwaltung eine effiziente und abgestimmte Zusammenarbeit bei der Umgestaltung schaffen? Welche Möglichkeiten haben Bürgerinitiativen, um ihre Wünsche und Forderungen mitzuteilen und umzusetzen? Und welche Hürden müssen sie überwinden?
Moderation: Michael Droß, Input: Sylvia Hladky, Hannah Henker (alle: M:UniverCity, Hochschule München), Eric Treske (intrestik, München)

 

Mittwoch, 13. Oktober 2021, Start: 17 Uhr

17 Uhr: E-Tretroller, Scooter, S-Pedelecs und Co - Ein Beitrag zur Verkehrswende? Oder verknappen sie nur weiter öffentlichen Raum?
E-Tretroller, Scooter, S-Pedelecs und Co. breiten sich insbesondere in den Städten immer weiter aus. Sind die neuen Verkehrsmittel eine sinnvolle Ergänzung und Erweiterung der individuellen Mobilität? Wie und von wem werden sie (nicht) genutzt? Was wissen wir bisher über die verkehrlichen Wirkungen und den ausgelösten Modal Shift? Lassen sich diese sinnvoll in eine Gesamtverkehrssystem integrieren? Behindern und unterstützen sie ein aktive, gesunde Mobilität? Beeinträchtigen sie die Aufenthaltsqualität im öffentlichen urbanen Raum? Welche rechtlichen Stellhebel haben die Kommunen und wie werden diese genutzt?
Moderation und Input: Viktor Goebel (Stadtverwaltung München), Input: Benjamin Rabenstein (Senatsverwaltung UVK Berlin),Katharina Horn (Bund Naturschutz München)

17 Uhr: Wie verbessern wir Aktionsräume von Kindern in der Stadt?
Kinder und ihr Aktionsradius – Hürden und Lösungsmöglichkeiten. Abhängigkeit des Aktionsradius von der konkrete Bebauung vor Ort. Wenn eine Stadt auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet ist, dann ist es eine lebenswerte und angenehme Stadt. Der selbstständige Aktionsradius eines Kindes hängt davon ab, wie der Wohnblock gebaut ist und wie viel Straßen (und Zäune) den Raum einzwängen.
Moderation: Attila Lüttmerding (FUSS e.V., München), Input: Christiane Richard-Elsner (ABA-Fachverband/ Draußenkinder), Susanne Fuchs (Bezirksamt Reinickendorf/ Berlin), Andreas Obermeier (Green City, München)

17 Uhr: Zeit ist reif für mehr 'Push' beim Parken
Umgehen mit Konflikten: Wenn Politik und Anwohner nicht mitziehen: Parken von Autos muss spätestens nach dem Motorisierungsschub aus der Pandemie integriert neu gedacht werden. Mit dem Autokauf bekommt man nicht ein Stück öffentlichen Straßenraum gratis mit dazu. Die Zeit ist reif für Parkraummanagement, das Verkehrswachstum und Verkehrslärm begrenzt, das für mehr Bewegungsfreiheit für alle und für sichere Schulwege sorgt. Gerade in Fahrradstraßen und Stadtteilzentren können inzwischen die nervigen Nutzungskonflikte gewonnen werden. Wir diskutieren Wirkungszusammenhänge, planerische Instrumente und lokale Akteursbündnisse.
Moderation + Input: Uta Bauer (difu, Berlin), Jörg Thiemann-Linden (SRL, Bonn)

 

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