Kann eine kindergerechte Stadt zugleich seniorengerecht sein und umgekehrt?

Schleichend haben sich Städte verändert. Es ist unübersehbar: früher war manches ganz anders. Der Behauptung soll hier nun nachgegangen werden, dass der öffentliche Raum sich für Kinder, Alte und Beeinträchtigte langsam verändert hat und unbemerkt Qualitäten verschwunden sind, deren Bedeutung sich erst heute erschließt. Was einmal selbstverständlich war, verschwand zunächst, ohne dass es vermisst wurde. Doch irgendwann zeigt die Analyse auf, welche wichtige Funktion das verlustig Gegangene hatte.

Verschwunden sind zum Beispiel an den Grundstücksgrenzen die vielen kleinen Mäuerchen, die dazu einluden, darauf zu balancieren oder aber sich auch kurz auszuruhen. Langsam aber sicher wurden sie durch höhere Zäune ersetzt. Ein Gelegenheit, die für Kinder die Wege interessant macht, und die für Alte ein Erholungspunkt waren, ist so verschwunden.

An dem Beispiel der bespielbaren und besitzbaren Stadt Griesheim zeigt der Vortrag auf, wie Mobilität für die Langsamen, die Kinder, Alten und Beeinträchtigten verhindert, aber auch wieder hergestellt werden kann. Man muss nur wollen. Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.

Professor Bernhard Meyer (Darmstadt)